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Zurück zur Natur

Wie eine Yogini mit Rucksack, Wanderschuhen und ihrer Yogamatte im Gepäck die Wälder der Westküste Amerikas erkundete.

Direkt nachdem wir einen schmalen Bachlauf im Yosemite Nationalpark auf dem Porcupine Creek Trail überquert haben, kommt uns eine gefleckte Hirschkuh entgegen. Sie versteckt sich nicht und rennt nicht weg. Stattdessen lässt sie uns bis auf ein paar Meter an sich heran um ihre Schönheit zu bewundern. Es ist ein bezaubernder Moment und der erste von vielen kleinen Verschnaufpausen auf unserer 4 Meilen langen Wanderung zu einer abgeschiedenen Waldlichtung, wo unsere 14-köpfige Gruppe die nächsten drei Tage mit Meditation, Yoga, Schwimmen und unter den Sternen schlafen verbringen wird.

Unser Backpacking-Yoga-Ausflug steht unter der Leitung von Back to Earth, einem Outdoor Retreat Unternehmen aus San Francisco, das Leuten die Möglichkeit geben will, Yoga in der Stille der Natur fern von Menschenmengen und jeglicher Zivilisation auszuüben. Und natürlich um Backpacken zu gehen ohne Rückenschmerzen oder steife Hüften.

Die Ausflüge sind ausgelegt für Backpacker-Neulinge, weshalb wir von unseren Gruppenführern genauestens angewiesen wurden, wie wir unsere Rucksäcke für unsere Tage in der Wildnis zu packen hatten. Wir müssen alles was wir brauchen selber tragen. Das heißt unsere Lebensmittel (inklusive einem Behälter, der alles vor Bären sichern soll), Wasser, Zelte und Schlafsäcke. Außerdem Füßlinge, Sonnenschutz und feuchtigkeitsabweisende Kleidung.

All diese Dinge sind wichtig, aber kaum sind wir auf dem Weg in der heißen Sonne, fange ich an das Gewicht des Rucksacks zu spüren und wünschte, ich hätte trotzdem weniger mitgenommen. Die Träger schneiden in die Schultern, ich habe Probleme mein Gleichgewicht zu halten und vernünftig zu atmen – 7.000 Fuß über dem Meeresspiegel. Die Ruhe der Hirschkuh, die so gelassen vor uns Fremden stehen bleibt, überträgt sich aber irgendwie auf mich. Meine Atmung wird langsamer und mein Geist wird ruhiger und gefasster.

Zeit in den Wäldern zu verbringen war schon immer eine Quelle der Stille, des Zu-mir-Findens und der Verzauberung für mich. Dasselbe könnte man auch über meine Yoga-Übungen sagen, weshalb ich darauf gespannt war, beides zu verbinden. Was beiden, Backpacking und Yoga, zugrunde liegt ist das bewusste Sein. Natürlich gibt es auch die Bewegung, aber die körperliche Betätigung ist einfach, wiederholt sich ständig und ist meditativ. Yoga verlangt völlige Hingabe und Präsenz, egal wie herausfordernd eine Position ist. Die gleiche Art meditativer Betätigung ist auch bei einem Backpacking-Trip erforderlich. Es mag eine große Entfernung zwischen Dir und dem Ziel liegen, und es gibt nur einen Weg dorthin zu gelangen.

Hier präsent zu sein bedeutet seinen Weg fortzusetzen, den Weg zum Ziel genauso zu genießen wie das Erreichen des Ziels.

Aber ich bin ehrlich: Nichts davon war mir bewusst, bis unsere Ashtanga-Lehrerin ankündigte, es sei Zeit für ein paar Minuten Asanas. Erleichterung machte sich in der Gruppe breit, als 14 Rucksäcke auf den Waldboden plumpsten. Mein Körper fühlte sich auf einen Schlag unglaublich leicht an – so als ob man einen Becher hochnimmt, von dem man annimmt er sei voll. Wir fingen an mit etwas Seiten-Stretching, ein paar Sonnengrüßen und hörten auf mit einem geerdeten Om bevor wir die Rucksäcke wieder aufsetzten. In Ruhe setzten wir unseren Weg fort, bis wir einen Wasserfall erreichten, wo wir uns abkühlen und unser Mittagessen genießen konnten.

Später an diesem Nachmittag öffnete sich das Land zu einer Lichtung mit Blick auf den Berg Half Dome, das berühmteste Naturwunder des Yosemite Parks. Hier sollten wir die nächsten Tage verbringen. Nachdem wir uns eingerichtet hatten – jetzt war ich froh, dass ich meine Matte den steinigen Weg hierher getragen hatte, entschlossen wir uns zu einigen kraftvollen Yoga-Übungen mit den letzten Sonnenstrahlen.

Die aufgehende Sonne weckte uns zu einer sitzenden Meditationsrunde und ein paar Asanas. Nach einem üppigen Frühstück aus Eiern, Tempeh, sonnengetrockneten Tomaten, Feta, Knoblauchbrot und Tee teilten wir uns zum Abwaschen und Wasser holen auf. Die nahegelegenen Wasserfälle nutzten wir auch um uns zu waschen und zu schwimmen. Fast den ganzen Tag verbrachten wir liegend auf den warmen Steinen um dann für eine Abkühlung ins kalte Wasser zu hüpfen.

An dem Abend suchten wir uns alle einen Baum, Stein oder irgendeine Pflanze aus und setzten uns daneben um zu Meditieren. Ich setzte mich unter einen kleinen Baum und fühlte mich wie ein Teil der Natur – gut aufgehoben, sicher und umsorgt. Das Gefühl übertrug sich auch auf unsere abendlichen Yin Yoga-Übungen, eine Reihe passiver und lang gehaltener Boden-Posen und den Kirtan-Gesang. Ich muss zugeben, dass ich in all meinen Camping-Jahren nie ein Freund von „Kumbaya“ gewesen bin. Aber hier um das Feuer mit anderen Yogis zu sitzen und alte Mantras zu singen war anders. Ich sang aus vollem Herzen. In dieser Nacht hielt mich das nachklingende Summen des Kirtan noch lange wach.

Nach zwei Tagen der Besinnung war es Zeit für die Heimkehr. Diese ruhigen Tage hatten meine Reserven mit Energie aufgeladen, so dass mir der Rückweg leichter fiel. Außerdem hatten wir ja die meisten der Lebensmittel aufgebraucht, was unser Gepäck wesentlich leichter machte. Zur Mittagszeit machten wir Pause auf der Spitze des Wasserfalls. Mit etwas AcroYoga und Massagen versöhnten wir unsere schmerzenden Rücken und Beine. Die Unterbrechung war auch eine willkommene Möglichkeit sich noch mal der Schönheit der Natur bewusst zu werden, jetzt zum Ende unserer kleinen Reise.

Die letzten Schritte zur Hauptstrasse waren aufregend und entnervend zugleich. Die friedvolle Einfachheit unseres Aufenthalts hatte Zeit unwichtig gemacht. Es gab nichts, wo wir sonst sein sollten, nichts, was wir sonst machen mussten. In den paar Tagen hatte ich mein Leben in der Stadt hinter mir gelassen und war nicht sicher ob ich bereit war zurückzugehen. Also nahm ich jeden Schritt, jeden Atemzug mit Sorgfalt – die Luft, das Licht und sogar das Gewicht auf meinem Rücken genießend. Und dann plötzlich waren wir am Ende des Pfades. Und es wurde mir bewusst, dass es Zeit war nach Hause zu gehen.

Warum rausgehen? Etwas Zeit in der Natur zu verbringen gibt die Möglichkeit in Ruhe zu meditieren und jederzeit eine kleine Pause mit Yoga-Übungen einzulegen.

Wonach suchen? Gruppen-Ausflüge machen mehr Spaß, wenn alle auf einem Fitness-Level sind und die gleichen Erfahrungswerte haben. Befrag die Gruppenleiter nach der Art des Weges um herauszufinden ob es das ist, was Du suchst. Stell sicher, dass die Leiter viel Erfahrung haben und Erste-Hilfe- oder sogar Überlebenstrainings gemacht haben.

Ein Erfahrungsbericht von Lauren Ladoceour, gefunden im yogajournal.com.

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