Yoga-Lehrer/innen in Balance zwischen Geschäft und Karma
Doch gleichzeitig müssen wir für ein Dach über dem Kopf und unser tägliches Essen sorgen – und dafür natürlich Geld verdienen.
Mary Kay Chryssicas, die im US-amerikanischen Wellesley Kindern Yoga beibringt, weiß, wie schwierig es ist, die Balance zu finden. „Viele Leute fragen mich, ob ich die Yoga-Kurse nicht kostenlos geben könnte. Denn sie setzen voraus, dass ich als Yoga-Lehrerin ein großes Herz habe.“ Doch dabei vergessen die meisten, dass Yoga für Chryssicas nicht nur eine Lebensanschauung ist, sondern gleichzeitig auch ihr Job. Zwar ist für sie das Unterrichten-dürfen die größte Belohnung. Dennoch muss sie, wie jeder andere Yoga-Lehrer/in, auch auf das eigene Bankkonto schauen.
Rusty Wells, ein Yoga-Lehrer aus San Francisco, hat einen recht ungewöhnlichen Weg gewagt: Seine Schüler können selber entscheiden, wie viel sie für ihren Yoga-Unterricht zahlen können und möchten. Dabei hat er die Erfahrung gemacht, dass die Schüler wesentlich engagierter sind, als würde er den Yoga-Unterricht einfach kostenlos anbieten. Wer sich den Yoga-Unterricht finanziell nicht leisten kann, darf dennoch auch ohne schlechtes Gewissen teilnehmen. Denn gleichzeitig arbeitet Wells als regulär bezahlter Lehrer am Yoga Tree in San Francisco. Diese Balance zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit gibt Wells ein gutes Gefühl, ohne dass er sich Sorgen um seine Finanzen machen muss.
Um ein Gleichgewicht zwischen Geschäft und Karma zu finden, ist es wichtig, die materielle Welt, in der wir leben, zu akzeptieren. Zwar sollten wir uns dafür einsetzen, Yoga auch mittellosen Menschen nahezubringen, dabei aber nie unsere eigenen Grenzen überschreiten. Denn kein Yoga-Lehrer muss sich schuldig fühlen, wenn er auch einmal „Nein“ sagt!








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