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Im Interview: Die Autorin und Leiterin des IGG

Ursula Salbert – „Lernen, Hindernisse zu überwinden“.

Ursula Salbert ist Yogalehrerin, Atempädagogin und Entspannungstrainerin. Sie verfügt über eine 30jährige Berufserfahrung als Erzieherin und Dozentin in der Erzieherinnen-Fortbildung. Seit 12 Jahren gibt sie Yoga-Fortbildungen an verschiedenen Institutionen in Deutschland und in der Schweiz und unterrichtet Yoga für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Schwangere und Senioren.

Frau Salbert leitet das „Institut für Ganzheitliche Gesundheitspädagogik (IGG)“ in Bühlertal bei Baden-Baden, wo sie mit ihrem Dozenten-Team zertifizierte Yoga-Ausbildungen anbietet. Als Autorin beim Ökotopia Verlag Münster schrieb sie folgende Bücher: „Ganzheitliche Entspannungstechniken für Kinder“, „Das Körper-Entdeckungsbuch“, „Ruhe-Inseln für Erzieherinnen“ mit gleichnamiger CD. Im Interview berichtet sie von den Herausforderungen und Möglichkeiten die Yoga bietet.

Wie hast Du Deine Berufung gefunden?
Mit Mitte 30 hatte ich das Gefühl noch nicht richtig gelebt zu haben und begann, über den Sinn des Lebens nachzudenken. Der Verlust eines geliebten Familienmitgliedes und die Trauer darüber bestärkten mich darin, einen neuen Weg zu gehen und viel bewusster zu leben. So kam ich zum Yoga und mir wurde bald klar, dass ich einmal Yoga unterrichten werde.

Welche Herausforderungen gab es für Dich?
Am Anfang waren es die vielen Yogabücher, die ich am liebsten alle auf einmal gelesen hätte, um möglichst schnell mit meiner Yogapraxis voran zu kommen. Als berufstätige Mutter von zwei Kindern und Ehefrau war das nicht einfach. Heute liegen die größten Herausforderungen darin, die individuellen Einsichten, die aus der Beschäftigung mit den klassischen Yogatexten und der Selbstwahrnehmung entstanden sind, im Lebensalltag umzusetzen. Dabei stoße ich immer wieder auf Hindernisse. Und das ist, so denke ich, eine Aufgabe meines Yogaweges: Zu lernen, diese Hindernisse zu überwinden.

Wie hast Du die Entwicklung des Yoga in Deutschland in den letzten 20 Jahren miterlebt?
Als sehr spannend, denn es hat sich viel bewegt! Yogaunterricht ist heute viel transparenter und klientenorientierter und die Yogalehrer sind aufgeschlossener und flexibler. Als ich vor 15 Jahren meinen Kinderyoga-Unterricht mit Inhalten aus dem autogenen Training mischte, stieß ich bei vielen Yogalehrern auf wenig Verständnis.

Heute ist das ganz anders, interessant ist, was die einzelnen Körpererfahrungsmethoden verbindet und bereichert. So suchen die YogalehrerInnen heute den Kontakt mit anderen, tauschen sich aus, bilden sich weiter z.B. in Ayurveda, Reiki, Shiatsu, Tanz, Massage, Beckenbodentraining, Muskelentspannung, Spinaldynamik, Hormontherapie und Anatomie und interessieren sich für neue Yogastile. Die Erkenntnisse daraus integrieren sie in ihre eigene Yogaarbeit und es entstehen neue Erfahrungen. So ist die Yogaszene heute viel bunter und reicher geworden.

Warum ist eigentlich alle Welt verrückt nach Yoga?
Das liegt letztendlich auch daran, dass Yoga heute keine Geheimlehre mehr ist. Nachdem weltweit viele Ärzte und Wissenschaftler die guten Wirkungen des Yoga auf die Gesundheit nachgewiesen haben, wird Yoga als Präventionsmethode von den Krankenkassen anerkannt. Und nun wollen alle Yoga üben, vom Kind bis zum Greis.

Vinyasa, Iyengar, Sivananda, Yoga für Kinder, Lachyoga, Yoga für Senioren oder Anusara-Yoga: weshalb gibt es diese schier unendliche Anzahl von Yogastilen und Richtungen?
Weil Yoga keine starre dogmatische Übungsweise darstellt, sondern eine Verhaltenstherapie, die sich mit Selbsterkenntnis und Selbstheilung beschäftigt. Diese unterschiedlichen Yogastile muss es geben, da wir Menschen von Natur aus unterschiedlich sind und sich die Bedingungen in denen wir leben auch verändern. Kinder brauchen einen anderen Yogaunterricht als Senioren und Kranke einen anderen als Gesunde. Die traditionellen philosophischen und körpertherapeutischen Inhalte, die sich mit den existenziellen Grundfragen der Menschen beschäftigen, mit Fragen über Leben und Tod, Leid und Erlösung, also die Essenz des Yoga, bleibt doch trotzdem in allen Yogarichtungen und -stilen erhalten.

Erzähle uns etwas über Dein Buch “Ganzheitliche Entspannungstechniken für Kinder”
Als ich das Buch schrieb gab es auf dem Büchermarkt fast keine Bücher über die praktische Gestaltung ganzheitlicher Yogakurse für Kinder. Da ich als Erzieherin, Yogalehrerin und Ausbilderin von Kinderyoga-Übungsleiter/-innen auf diesem Gebiet viele gute Erfahrungen sammeln konnte, schrieb ich ein pädagogisches Praxisbuch über die Konzeption von Bewegungs- und Entspannungsstunden mit Inhalten aus den drei Übungsmethoden: Yoga, Autogenes Training und Muskelentspannung. Dass dies den Bedürfnissen vieler Leser/-innen entsprach und noch immer entspricht, zeigen die sehr guten Rezensionen und hohen Verkaufszahlen des Buches.

Gibt es Yoga-Übungen, die für Kinder besonders geeignet sind?
Kinder praktizieren Yoga nicht wie Erwachsene, sie spielen Yoga. Das hat den Vorteil, dass sie spielend leicht im „Hier und Jetzt“ sind – in dem, was sie gerade tun- und ihre Vorstellungskraft ausleben können. Dazu brauchen sie eine bedarfsorientierte Didaktik. Kinderyogastunden sind sehr dynamisch und fantasievoll, wobei Bewegungs- und Ruhephasen abwechseln. Die Anfangs- und Schlussrituale und wiederkehrende Stundenstruktur vermitteln den Kindern Sicherheit und entwickeln Vertrauen. Wenn die Yogaübungen den kindlichen Organismus nicht über- und nicht unterfordern und seinen Bedürfnissen entsprechen, sind sie sicher sehr gut geeignet. Das zu beobachten und zu entscheiden, obliegt in der Praxis dem geschulten Auge eines/einer kompetenten Kinderyoga-Lehrer/-in und kann deshalb pauschal nicht beantwortet werden.

Was ist das Ziel des „Yoga-Training“ für Kinder?
Das oberste Ziel im Kinderyoga ist identisch mit dem Ziel der Erwachsenen: Bewusstseinserweiterung durch Selbsterkenntnis. Dieses Ziel setzt eine bedarfsgerechte Bewusstseinschulung voraus. Die Kinder erfahren sich im Unterricht in der Bewegung und in der Ruhe. Sie sind mal laut und mal ganz leise, erleben den Atem mal schnell und mal langsam, haben den Kopf mal oben und mal unten…. Durch die Bewusstwerdung der Gegensätze und der unterschiedlichen Körper- und Geisteswahrnehmungen kommen sie langsam in die Balance. Dabei lernen sie achtsam mit ihrem Körper, ihren Gedanken und Emotionen umzugehen und sich zu sammeln. Mit der Zeit werden sie kompetenter im Umgang mit den Herausforderungen ihres Alltags.

Warum lassen Eltern Ihre Kinder Yoga üben?
Viele Eltern haben selbst gute Erfahrungen mit Yoga gemacht und möchten, dass auch ihre Kinder vom Yoga profitieren. Manche Eltern schicken ihre Kinder auf Empfehlung von Lehrern, Ärzten oder Therapeuten zum Yogaunterricht, damit sie ruhiger werden oder sich besser konzentrieren können. Denn Kinderyoga trainiert nachweislich die Selbstwahrnehmung und Selbstregulation. Yogaübungen fördern auch die motorischen Fähigkeiten der Kinder, wie Geschicklichkeit, Gleichgewicht und Koordination. Ein weiterer Vorteil von fortlaufenden Kinderyoga-Kursen ist, dass die Kinder lernen, ihren hektischen Tageablauf zu durchbrechen und sich zu entspannen. So stärken sie ihre Immunabwehr und ihre Gesundheit.

Du selbst nennst Deine Institution “Institut für Ganzheitliche Gesundheitspädagogik (IGG)”?
Ja, denn wir bieten Ausbildungen/Fortbildungen zu Yoga-, Entspannungs-, Bewegungs- und Gesundheitsthemen an. Z.B. Übungsleiter-Ausbildungen in Kinderyoga, Yoga für Jugendliche, Yoga in der Schwangerschaft und Rückbildung, Yoga 50+-Yoga für Senioren, Ausbildungen zum Atempädagogen, Meditationspädagogen, Entspannungspädagogen und Gesundheitspädagogen. In 2011 gibt es bei uns auch Fortbildungen mit Anna Trökes und Gertrud Hirschi.

Seit 4 Jahren haben wir eine umfangreiche Yogalehrerausbildung mit inzwischen 632 UStd. im Angebot, die wir in Kooperation mit der VHS Baden-Baden durchführen. Diese Bausteinausbildung kann auch von Yogalehrern besucht werden, die ihre Ausbildung mit interessanten Yoga-Themen erweitern möchten. Unsere Schüler/-innen schätzen vor allem den ganzheitlichen Praxisbezug unserer Seminare und die pädagogischen, therapeutischen Inhalte, aber auch unsere ungezwungene, positive Lernatmosphäre. Referenzen/Feedbacks siehe unter www.hatha-yoga-entspannung.de.

Wo liegt heute Dein persönlicher Schwerpunkt und was ist für Dich das Wichtigste?
Das Wichtigste für mich ist Liebe, Gesundheit, Frieden und meine Familie. Mein persönlicher Schwerpunkt liegt z. Zt. in der Ausarbeitung eines neuen Kinderyoga-Buches.

Weitere Informationen zur Ausbildung Yoga-Lehrer/in (IGG/VHS) und zu den Fortbildungen unter www.hatha-yoga-entspannung.de, info@hatha-yoga-entspannung.de.

Hatha-Yoga-Schule Ursula Salbert
Institut für Ganzheitliche Gesundheitspädagogik (IGG)
Tannenweg 10
77830 Bühlertal/ bei Baden-Baden
Tel: 07223 991507

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