Unter dem Einsatz aller Sinne
Das mit anderem Namen beschriebene Green-Yoga folgt ebenfalls dem traditionellen Hatha-Yoga, bei dem körperliche Übungen den Weg bestimmen. Ein deutliches Ja zum eigenen Körper stammt hier aus der Ritualkunst des Tantra und ist eine Kombination vieler Elemente aus Philosophie und Praxis, die von den ersten Hatha-Yogis geprägt wurde.
Die zwei wichtigsten Grundannahmen lauten, dass alle Dinge von Lebendigkeit durchwoben sind, die wir als göttlich-weibliche und schöpferische Urkraft namens Shakti kennen. Das zweite Element ist der menschliche Körper, der aus Knochen, Fleisch und Blut zusammengesetzt ist und einen Energie-Körper beherbergt, dessen Zentren (Chakras) und Energiebahnen (Nadis) sein Dasein bestimmen. Körper und Welt sind daher untrennbar miteinander verbunden, denn der Mikrokosmos des Körpers findet seine Entsprechung im Makrokosmos der ganzen Welt.
Dies ist auch ein Grundgedanke der modernen Ökologie, so dass sich die Konzepte stark aneinander anlehnen. Nicht umsonst kommt das Wort für Materie aus dem lateinischen Wort für Mutter. Wir dürfen uns also nicht nur in einer infantilen Vorstellung als Kinder auf „Mutter Erde“ sehen. Dass wir mit den Ressourcen unserer Mutter zurückhaltend umgehen sollen, versteht sich da wie von selbst und ist eine Voraussetzung um selbst gesund zu bleiben.
Zwar ist die Gesundheit nicht das erste Ziel in der Yoga-Praxis, aber wer krank ist und Schmerzen leidet, kann sich nicht mit dem ganzen Körper auf Meditationen und Asanas einlassen. Green-Yoga will uns die Sinne erhalten und unseren Körper leistungsfähig und gesund machen. Dass unsere Umwelt dabei eine Rolle spielt, scheint die einzig logische Schlussfolgerung. Alles Materielle wird von drei Grundeigenschaften geleitet: Wir nennen es die Gunas Rajas, Sattva und Tamas. Das Zusammenspiel der Gunas macht uns erst komplett und so geht es auch in Umwelt und Natur.
Alle drei Eigenschaften repräsentieren unterschiedliche Verhältnisse: Tamas steht für das Unbeweglich-starre und Dunkle aller Materie. Das Tamas lässt sich daher übertragen auf eine ein träges Gemüt oder einen Felsen.
Rajas bezeichnet das genaue Gegenteil: Dynamik, Aktivität und Hitzigkeit. Beide Eigenschaften ergänzen sich, wenn sie im Gleichgewicht sind. Wenn bei den Gunas jemand über zuviel Rajas verfügt, klassifizieren wir diesen Menschen meist als hyperaktiv. Eigentlich aber ist der Sattva das Gleichgewicht unseres Lebens. Hier finden wir das Helle, Reine, Heitere und Lichtvolle, das auch in unser Dunkel Licht bringt, sowohl auf der emotionalen, mentalen, wie auch der physikalischen Ebene.
Darauf arbeiten wir hin, wenn beim Sinnen-Yoga all unsere Empfindungen sattvisch ausgerichtet werden. Ein harmonisches und sensibilisiertes Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten bringt uns an die Wurzel der reinen Natur. Dazu gehört der überlegte Umgang mit den Gaben von „Mutter Natur“, was die Verwendung von Ersatzstoffen und Plagiaten unmöglich macht.








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