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Fluch oder Segen – warum mehr als 300 Yogastile verwirren

Nicht erst seit den Zeiten des Internets haben Menschen Zugriff auf eine Vielzahl verschiedener Yogastile, deren Fülle Interessenten gelegentlich überfordert. Wodurch unterscheiden sich die alphabetisch sortierten Begriffe inhaltlich und ist es auch möglich stilübergreifendes Yoga zu praktizieren?

Kann ich mir die „Rosinen“ herauspicken und von jedem Stil nehmen, was mir gefällt? Wie sieht man das im Ursprungsland Indien?

Das alte Indien als Ursprungsland des Yoga kannte noch keine Stilunterscheidungen sondern hatte seine Wurzeln in der jahrtausendealten, tantrischen Tradition. Und diese Praktiken lassen sich heute ohnehin nicht vollständig in unseren westlich geprägten Lebensalltag integrieren, da indisches Yoga den Männern vorbehalten war. Erst Swami Sivanada setzte sich vor wenigen Jahren über diese Regel hinweg. Trotzdem fand der Yoga Eingang in unsere Kultur und ist inzwischen fest damit verknüpft. Zwar ist der Hinduismus als Religion auf yogischen Voraussetzungen entstanden, trotzdem stehen hierzulande selten religiöse Intentionen im Vordergrund. Wer den Hinduismus hinterfragt, der lernt auch Yoga besser zu verstehen.

Der Hinduismus geht nicht auf eine Person als Religionsstifter zurück und seine Position in der Welthistorie ist den Hindus nicht wichtig. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes stammt von dem Fluss Sindh und bezieht sich auf die Menschen, die am Fluss lebten. Das sanskritische Wort für den Hinduismus lautet „Sanatana Dharma“, was so viel wie ewige Gesetzmäßigkeit bedeutet und sich auf die andauernde Gottesgegenwart und die göttliche Botschaft in allem bezieht.

Spirituelles Wissen wurde auf der Basis von mündlicher Weitergabe verbreitet und später in den „Veden“, den Büchern des Wissens, auch schriftlich festgehalten. Von diesen Schriften existiert heute kaum noch etwas und trotzdem bedeutet dies für hinduistische Gelehrte nicht viel, denn die dort enthaltenen Gesetzmäßigkeiten sind zeitlos und offenbaren sich immer wieder neu. Wichtig ist nicht die Form sondern die Tiefe der spirituellen Erfahrungen, die Menschen machen können und die Weisheit, die sich im Laufe eines Lebens erlangen lässt. Dies erklärt, warum Hindus niemals missionieren und keine Lehrautorität als Oberhaupt ihrer Religion benötigen. Dass westliche Yogaschulen plötzlich Patentrechte für bestimmte Übungen gerichtlich erstreiten wollen, widerspricht dem Hinduismus. Liberalität und Gewaltfreiheit stehen nämlich in engem Zusammenhang mit dieser Weltreligion – einen Religionskrieg zettelten Hindus im Lauf der Geschichte niemals an. Die Aggressivität der westlichen Yogakultur, von der hier im Bezug auf den Patentrechtsstreit die Rede ist, ist den indischen Yogis völlig fremd und unverständlich.

Auch die im Westen gelebte Yogavielfalt kann im Hinduismus nicht auf Verständnis hoffen. Eher spiegelt sich hier eine Oberflächlichkeit wider, die ein tiefes Eintauchen in die Lehre nicht erlaubt. Zum Yoga gehört mehr, als möglichst viel kennenzulernen und dabei nichts intensiv genug zu erarbeiten. Bei den Hindus hingegen steht das intensive Schüler-Lehrer Verhältnis im Vordergrund. Der Segen der gemeinschaftlichen Übungen soll sich auf Lehrenden und Lernenden ausdehnen. Gurus, wie wir sie allerorten finden, gibt es dort nicht, denn es geht um die Lehre und nicht in erster Linie um den, der sie verbreitet.

Nach einem Artikel von Swami Sivadasananda für Yoga Aktuell.

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