Ein alter Kocher und neue Erfahrungen
Ich fuhr zu einem Lebensmittelladen und kaufte verschiedene Sorten Bohnen. Sie wollte ich nacheinander in dem alten Kocher mit ein paar Kräutern zubereiten, während ich mich dem Schreiben widmen würde. Und, oh Wunder, als ich wieder in die zivilisierte Welt zurückkehrte, war ich erstaunt, was ich von dem alten Kocher über das Essen gelernt hatte: Dass man auch mit Wenigem, Einfachem zufrieden sein und sein Leben genießen kann.
Seit mehr als 10.000 Jahren bereiten sich die Menschen das Essen in Tonwaren zu oder sammeln es darin und bewahren es auf. Offenes Feuer und gemeinsame Öfen sind dabei die häufig genutzten Feuerstellen der Vorzeit. Die vielen Geschmäcker und Aromen, die sich beim langsamen Garen zu einer Einheit verbinden, bedeuten oft vollkommenen Genuss.
Heute hatte ich es oft eilig, wenn ich mir etwas zu essen zubereite. Dabei bleibt viel von dem Genuss auf der Strecke. Und mit einfachen Eintöpfen könnten wir dem Essen so viel mehr abgewinnen. Ich machte mich also auf die Suche nach alten Eintopfrezepten aus verschiedenen Kulturkreisen und stellte fest, dass ich so auch fast einen vegetarischen Weg beschritt, denn Fleisch gart in solchen Gerichten nur unzureichend.
Ich suchte also Grünzeug, das auch nach langer Garzeit noch nicht matschig wurde und kombinierte es mit anderen Nahrungsmitteln. Empfindliches Gemüse fügte ich kurz vor Ende hinzu und ich erhielt eine Explosion von Farben, Gerüchen und Geschmäckern, die in Worten kaum zu beschreiben ist.
Heute koche ich in der Nacht auf ganz niedriger Flamme Körner, die ich am Morgen mit Milch, Zucker und Zimt aufrühre und die mir Energie für einen ganzen arbeitsreichen Vormittag geben. Und so gibt es noch viele andere Kombinationen, die fast ohne mein Zutun zu einer herrlichen Mahlzeit werden, während ich mich anderen Dingen widmen kann.
Nach einem Artikel von Lynn Alley, gefunden im amerikanischen Yoga Journal.








Kommentar abgeben