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Missionarisches Veganentum ist ihr fremd – Jutta Däschlein

Ein Erfahrungsbericht von Jutta Däschlein, die als Yogalehrerin auch überzeugte Veganerin ist, lässt manches besser verstehen. Schon im Teeniealter habe sie die Tierhaltung dazu gebracht, kein Fleisch mehr zu verzehren, berichtet sie.

Fisch jedoch aß sie nach wie vor und einen Zugang zu umfassendem Tierschutz bekam sie erst während ihrer Ausbildung zur Jivamukti-Yogalehrerin vor sechs Jahren.

Ethnischer Vegetarismus bestimmt seither Jutta Däschleins Ernährungsprinzipien. Sie lebt gänzlich vegan und schließt Lebensmittel tierischer Herkunft seitdem aus. Dies gilt auch für Lederschuhe und Daunenjacken, die sie heute nicht mehr kaufen würde. Das bedeutet aber nicht, dass sie alle Kleidungsstücke verbannt hat, die sie je aus dieser Gattung besessen hätte. Denn alles zu entsorgen, würde auch nicht von verantwortungsvollem Handeln zeugen. So hat sie vieles verschenkt oder trägt es eben auf, bis es ungeeignet erscheint.

Trotzdem geht es ihr nicht um missionarisches Verhalten, das viele Menschen befürchten, mit denen sie über ihre vegane Ernährung spricht. Dies treibt Gesprächspartner schnell in eine Verteidigungsposition, obwohl kaum jemand die Tierhaltung und Schlachtung in den gängigen Betrieben je gesehen hat. Da schließt man lieber die Ohren und Augen und behauptet, der Mensch habe eben schon immer Fleisch gegessen, sagt Jutta.

Für Jutta Däschlein aber sind Tiere zuallererst lebendige Wesen und sie sieht keine Unterschiede zwischen Schlachtung und Mord. Kaum jemand würde sich ihrer Meinung nach überwinden, das Fleisch für den eigenen Verzehr auch aus eigener Schlachtung zu gewinnen. Das eingeschweißte Fleischstück aber erinnert in keiner Weise mehr an die frühere Lebendigkeit des Tieres. Die yogische Sicht aber auf die Einheit alles lebenden schließt den Fleischkonsum aus. Auch an der Umwelt wird durch den vermehrten Anbau von Soja als Tierfutter und nicht für die vegetarische Ernährung, Raubbau betrieben.

In Juttas Familie ist der Alltag der gemeinsamen Ernährung zwar tolerant aber nicht leicht. Ihr Sohn isst kein Fleisch, Eier und Milch jedoch stehen im Kühlschrank. Jutta genießt es die Verwandtschaft mit abgewandelten veganen Gerichten zu überraschen, die zuvor denken, dass dies niemals genießbar sein kann. Nun wissen sie, dass die vegane Variante eines Szegediner Gulaschs nichts vermissen lässt.

Inspiration erfuhr sie auch durch die „World Peace and Yoga Jubilee“ im Jahr 2010 (diesmal von 20.-23. Oktober 2011) in Ohio. Jutta Däschlein wird auf der Veranstaltung ihr „veganes Leben in einem nicht-veganen Umfeld“ vorstellen. Hierher stammt auch ihre Inspiration zu einer veganen Tafelrunde mit Gleichgesinnten in München, zu der Interessierte jederzeit eingeladen sind.

Nach einem Artikel im deutschen Yoga Journal auf der Basis eines Gespräches mit Jutta Däschlein.

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