Schätzenswertes marokkanisches Arganöl
Ihre Anzahl ist heute auf etwa 20 Millionen Exemplare geschrumpft, die auf einem 8000 m² Gelände im südwestlichen Marokko angesiedelt sind. Ihre dortigen Lebensbedingungen und die bestehende Symbiose zwischen Tier- und Pflanzenwelt kann nirgendwo anders auf der Erde erreicht werden.
Für die in diesem Landstrich lebenden Berber des Amazighstammes bedeutet die Arganie wirtschaftliche Grundlage und Lebensgrundlage zugleich. Der Eisenholzbaum ist resistent gegenüber der dort herrschenden direkten Sonneneinstrahlung und bietet zugleich am Saum der Stämme anderen Pflanzen den benötigten Schatten. Die hier kultivierten Getreide und Gräser ernähren die ansässigen Bauern und ihre Familien. Das macht die Arganie zu einem Baum mit kultureller, biologischer und sozialer Bedeutung. Der Baum sichert den Berbern jährlich 20. Millionen Arbeitstage, wie Soziologen jüngst errechnet haben.
Vielleicht bezeichnen die Amazigh ihn aus diesem Grund auch als Lebensbaum, denn hier am Wüstenrand zu Füßen des Atlasgebirges liefert die Arganie Nahrung, Brennstoff, Baumaterial, Medizin und Öl. Die Äste werden zum Hüttenbau genutzt und mit Lehm verschmiert, aus den Stämmern stellen die Berber Holzkohle her, von ihren Blättern ernähren sich die Ziegen und die seltenen Argankörner dienen als Öllieferant. Schon jetzt gilt dieses Öl als äußerst wertvoll und lässt sich auf dieser Basis nur mit den teuren Trüffeln vergleichen. Die Überreste, die beim Ölpressen entstehen, werden vermischt mit Honig zu einem nährstoffreichen Brotaufstrich, Amlou genannt, verarbeitet.
Doch die Pflanze gibt ihre Früchte nicht so einfach frei, denn in den Erntemonaten von Juli bis September erfolgt diese Ernte äußerst trickreich. Maschinen würden den Bäumen schaden und per Hand kann wegen des Dornenreichtums nicht gelesen werden. Hier hilft nur Geduld, bis man aufsammeln kann, was der Baum abwirft oder die Hilfe der kletternden Ziegen, die in den Baumkronen sitzen und einiges abschütteln.
Botanisch einzuordnen ist die Arganie unter den Seifenbaumgewächsen, ähnlich dem Lichi oder Guarana. Ihren Namen erhielt sie nach dem marokkanischen Ort Argana. Leider gibt es schon heute keine jung nachwachsenden Bäume mehr, denn die Pflanze vermehrt sich seit einigen Jahren nicht weiter.
Ihre gelben Früchte ähneln in der Größe einer Pflaume. Das Fruchtfleisch schmeckt bitter und enthält je drei Kerne mit einer besonders harten Schale. Heute ist bekannt, dass Arganöl großen medizinischen Nutzen hat, denn es enthält Antioxidantien, medizinische Wirkstoffe, Vitamin A und ein Öl aus 80% ungesättigten Fettsäuren. Sie sind bekannt dafür gegen Krebs vorbeugend zu wirken. Wegen dieser zahlreichen Eigenschaften, aber auch weil der Lebensraum für Mensch und Tier in direkter Nachbarschaft zur Arganie so wichtig ist, erhielt das Gebiet 1998 die Auszeichnung eines Biosphären Reservates der UNESCO.
Nach einem Artikel von Dr. Peter Schleicher, erschienen bei Yoga Relations.








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