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Grünes Kraut hat viele Eigenschaften

Ich war etwa dreizehn, als ich eines Tages von der Schule nach Hause kam und sah, dass mein Vater den Wacholder vor dem Küchenfenster abgeholzt hatte und nun an seiner Stelle vor dem Fenster ein großer Blumenkasten hing. Meine Eltern standen in der lehmigen Erde davor und diskutierten über ihren Entwurf für einen neuen Kräutergarten.

Damals verstand ich noch nicht, warum, denn eigentlich hatten wir schon ein Gemüsebeet und wozu sollte da noch ein extra Kräuterbeet her? Meiner Mutter aber gelang es mich im Laufe der nächsten vier Jahre zu einem absoluten Kräuterfan zu machen.

Je nach Jahreszeit zog sie in ihrem Kasten unzählige frische Kräuter und würzte und verfeinerte damit unsere Mahlzeiten, egal ob es sich dabei um Pasta- oder Kartoffelgerichte handelte. So gab es im Frühling Kapuzinerkresse für den Salat, im Sommer Thymian für eine Tomatentorte oder im Winter Rosmarin für den Eintopf. Manche Menschen verbinden Kräuter mit aufwändigem Kochen und versuchen es lieber gar nicht erst, weil sie nicht die Zeit dafür zu haben glauben. Dabei kann mit einigen Handgriffen und wenig Aufwand jede Mahlzeit mit Kräutern nur an Qualität gewinnen.

Auch Judy Rodgers aus dem Zuni Café in San Francisco verfeinert ein gegrilltes Käsebrot mit frisch fritierten Kräutern. Kräuter sind eben nicht einfach nur die Verzierung eines Gerichtes sondern haben maßgeblichen Anteil an dessen Geschmack und oft auch an der Bekömmlichkeit. Zudem sind viele Vitamine darin enthalten, die unserem Körper gut tun. Ein selbstgemachtes Pesto aus Petersilie, Basilikum, Olivenöl und Pinienkernen enthält die Vitamin-C-Menge einer Orange, viermal mehr Eisen als roher Spinat und jede Menge Vitamin-A. Außerdem lässt sich durch den Geschmack der Kräuter die Salzmenge beim Kochen reduzieren. Gehackter Schnittlauch im Kartoffelpüree zum Beispiel spart ebenfalls den Salzverbrauch ein, ohne dass der Geschmack darunter leidet.

In meinem Garten gibt es deshalb immer mindestens Basilikum, Thymian, Petersilie und Rosmarin und all diese Kräuter entdecke ich beim ersten Blick aus meinem Küchenfenster. Sie machen meine Ernährung abwechslungsreich. Auch Jerry Traunfeld, der bereits ein Kräuterkochbuch schrieb, arbeitete in seinem preisgekrönten Restaurant in Seattle mit den Vorteilen, die Kräuter nachweislich haben. Dabei ging er stets sehr intuitiv mit seinen Kreationen um und bewies dabei ein sicheres geschmackliches Geschick.

Die Nutzung von Kräutern als Nahrungs-, Heilungs- und Würzmittel oder Parfum blickt auf einen langen Erfahrungsschatz zurück und erlaubt es uns, einen Rückgriff in die Geschichte zu tun.

Nach einem Artikel von Erin Geary für das amerikanische Yoga Journal.

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