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Das Glück der künstlerischen Freiheit

Dorka Gryllus, die aus „Schicksalsjahre“ und „Soul Kitchen“ bekannte, ungarisch-stämmige Schauspielerin, kam in den 1990er Jahren nach Deutschland um hier als Theater- und Filmschauspielerin weiter Fuß zu fassen.

Dass für sie, die in dem kommunistischen Ungarn aufgewachsene 38-jährige, Begriffe wie Heimat und Freiheit eine wichtige Rolle spielen, erklärt sich so: Im kommunistischen Ungarn durfte man längst nicht alles sagen, was man dachte.

Das ist vor allem in der Kunst eine große Beschränkung, die Dorka von Kind auf erfahren musste. Die Mutter war als Regisseurin davon häufig betroffen. Als Gegenpol zu diesen Beschränkungen widmete diese sich schon früh dem Yoga, das nicht nur gegen die chronischen Rückenschmerzen half, sondern auch für den Erhalt einer inneren Unabhängigkeit und Freiheit stand. So folgte Dorka dem mütterlichen Beispiel schon mit acht Jahren, auch wenn ihre Yoga Praxis keiner Regelmäßigkeit unterliegt, weil ihr Beruf dies erschwert. Die Vorteile für Geist und Seele aber spürt auch sie deutlich.

Ungarn, in Gedanken noch immer die Heimat Dorkas, hat sich zwar verändert, aber vieles bleibt ihr bis heute unverständlich, auch wenn der freiheitliche Begriff weniger beschränkt gesehen werden kann. Die mangelnden Möglichkeiten der ungarischen Filmbranche stehen für Dorka an erster Stelle. Da nur im eigenen Land ungarisch gesprochen werde, sei auch der Markt für ungarische Filme sehr klein, anders als dies in Deutschland der Fall ist, auch wenn die filmische Qualität hoch sei.

Ihre deutsche Karriere begründete die Schauspielerin in der Stadt Berlin, wo sie noch heute das multikulturelle Umfeld genießt und deren Offenheit und Freiheit sie genießt. Zu Hause aber ist Dorka nach wie vor in Ungarn, wo sie regelmäßig ihre Familie besucht. Wenn Heimat und Lebensort mit Frau und Mutter verglichen würden, sagt Dorka, sei Deutschland ihre Frau, aber Ungarn ihre Mutter. Und doch ist es Deutschland mit seiner Hauptstadt, wo sie ihrer Kunst Leben einhauchen kann und wo sie glücklich ist.

Nach einem Artikel von Simone Schreyer, gefunden beim deutschen Yoga Journal.

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