Was die Götter lehren wollen
Es ist die innere Haltung, die im Vordergrund steht und die die eigene Aktivität durch den Dialog zwischen Arjuna und Krishna fördern will. Darauf lässt der Beginn des Textes mit der Klage des mutlosen Kriegers allerdings nicht sofort schließen.
Hier lesen wir: „Wenn ich diese meine Verwandten kampfbereit in Schlachtreihe aufgestellt sehe, Oh Krishna, versagen meine Glieder, mein Mund wird trocken, mein Körper zittert, und mein Haar steht zu Berge. (I.28.-29.)“
Wer kennt dieses Gefühl nicht bei sich selbst? Auch Arjuna zählt eine ganze Reihe von Gründen auf, die ihn blockieren und ihn ein großes Versagen spüren lassen. Warum dies so ist, lässt sich leicht erkennen.
Da wir uns in diesem Text wiederfinden, hat er zahlreiche Jahrhunderte überdauern können, denn er weckt in uns große und bekannte Emotionen. Wir alle wollen uns von diesen negativen Einflüssen befreien und dafür steht dieses Bild der Schlacht, in der Arjuna und Krishna sich befinden. Hier spiegelt sich der Herzenskampf gegen uns selbst und unsere Bequemlichkeit wider und es zeigt sich, dass wir alle eine Wahl haben und nicht nach Vorschriften handeln müssen. Krishna zeigt uns lediglich verschiedene Wege auf, die wir aber selbst beschreiten müssen.
Übertragen auf das Leben im Hier und Jetzt erleichtert es uns jede Reaktion, wenn wir nicht am Ergebnis unseres Handelns kleben. Das zeigt sich schon auf dem Yogakissen. Wer unablässig hofft, frei von Gedanken zu sein, verfehlt dieses Ziel. Besser wäre es, einfach zu beginnen und so die Gedanken fortzuschieben, ähnlich dem Werbespruch „Just do it!“, das fast aus Krishnas Hinweisen stammen könnte.
Wer also den Kampf gegen den inneren Schweinehund wirklich gewinnen will, der sollte sich dem Karma Yoga zuwenden, denn hier gilt uns und unserm ganzen Tun auch unsere ganze Achtsamkeit.
Höchste Pflicht ist es nicht, sich aus dem Leben zurückzuziehen und ausschließlich dem Yoga zuzuwenden, sondern der eigenen Pflicht auf die Spur zu kommen. Der eigenen Natur nachfolgen und sich selbst treu bleiben, sich nicht verbiegen um Ziele zu erreichen, das ist das Handeln, das die Bhagavad Gita von uns verlangt.
Nach einem Artikel von Ralf Sturm für das deutsche Yoga Journal.








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