Der Beruf des Yogalehrers
Die philosophische Grundlage bildet das Mehr, das Suchende vom Yoga erwarten. Für diese innere Ruhe und den seelischen Zugewinn legen sich Yogis heutzutage gerne auf der Matte krumm.
Dass dadurch auch der Arbeitsmarkt für alle, die Yoga vermitteln wollen, einen Boom erfährt, ist leicht verständlich. Nur ein gutes figürliches Aussehen ist nicht mehr Grund genug für die Teilnahme an einem der zahllosen Yogakurse. Viele wollen die körperliche Kraft und Leistungsfähigkeit erhöhen, den angehäuften Stress des anstrengenden Arbeitsalltags abbauen und in vielen Fällen körperliche Gebrechen zumindest lindern. Dazu ist die indische Technik zweifelslos sehr geeignet. Auch zur Stärkung von Nervenkostüm und Konzentration nutzen mehr als 39 % der Yogis die alten Weisheiten für sich aus. Neue Zahlen dazu sind Grundlage einer Infratest Studie, die tatsächliche Werte von 13 Millionen Menschen in Deutschland ermittelt, die sich zumindest für Yoga interessieren und über eine Kursteilnahme nachdenken.
Brian Kest erlebte einen solchen Boom vor einigen Jahren bereits in Kalifornien. Seine Erfindung ist das dynamische Power Yoga und sein Status gleicht in seinem Heimatland dem eines beliebten Rockmusikers. Und er kann von seinem Beruf leben! Seit zehn Jahren veröffentlicht er Bücher und Filmaufnahmen und unterrichtet, neben einer regen Reisetätigkeit in Sachen Yoga, in seinen zwei Studios in Amerika. Seiner Voraussage nach kann sich die Szene in Deutschland in ähnlicher Form entwickeln. In seinem Heimatland säumen die Studios inzwischen die Straßenzüge zu Hauf.
All diese Studios der Zukunft werden aber nicht nur Teilnehmer sondern vor allem auch Lehrkräfte brauchen. Dass dabei gelegentlich völlig verquere Vorstellungen zu Grunde gelegt werden, bestätigt Mathias Tietke vom „Berufsverband der Yogalehrenden“, denn keiner wird nach vierwöchiger Ausbildung mehrere tausend Euro als Yogalehrer verdienen können. Fast alle Lehrer sind als Freiberufler unterwegs oder machen sich mit eigenen Studios, in kleinerem Rahmen auch zu Hause, selbstständig.
Tietke selbst erhielt sein Zertifikat nach vierjähriger Ausbildung, kann nun aber seine Dienste auch per Krankenkasse abrechnen lassen, wenn er es als Zusatzqualifikation einen der gelisteten Heilberufe angeben kann. Nun übt er als Hauptberuf seine schriftstellerische Tätigkeit aus, die sich mit Yoga befasst. Er erinnert daran, dass sich jeder Lehrer mehrmals am Tag mit verschiedenen Gruppen den gleichen Aufgaben widmet. Jede dieser Gruppen aber erwarte vom Lehrer die ganze und ungeteilte Aufmerksamkeit. Und trotzdem lohnt es sich, die Ausbildung zu verfolgen, wenn man die Berufung dazu verspürt.
Nach einem Artikel von tis für yogaservice.de








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