Die innere Balance finden
Erinnerst du dich daran, wie ein tiefer Frieden jede deiner Zellen zu durchdringen schien und du selbst der Mittelpunkt des Geschehen warst, in dem du dir selbst begegnet bist? Sicher wolltest auch du nichts mehr, als dass dir dieses Gefühl nicht entgeht und dir einen ganzen Tag lang erhalten bleibt.
Im Laufe deines Alltags aber hat der Druck durch Termine und E-Mails oder andere Aufgaben dich wieder gefangen genommen und deine zuvor empfundene Gelassenheit hat sich wieder verflüchtigt. Am meisten hat dich geärgert, dass du keine Ahnung hattest, wie du sie dir länger hättest erhalten können. Die Tür zu dieser anderen Dimension hat sich ungefragt geschlossen und du hast es nicht geschafft sie erneut zu öffnen. Der Stress des Tages belastete dich um so mehr, bis du es am Abend kaum abwarten konntest, deine Yogamatte mit letzter Kraft zu erreichen.
Aber man muss nicht unbedingt Hatha Yoga praktizieren um dieses Gefühl zu kennen. Auch beim Tai Chi oder Laufen, beim Wandern in der Natur oder im Spiel mit deinen Kindern kannst du diese Emotionen wahrnehmen. Es gibt zahlreiche Tätigkeiten, die uns Menschen dieses Gleichgewicht und das angenehme Gefühl vom Eins sein mit dem Universum vermitteln und uns den tieferen Sinn des Daseins näher bringen. Und immer dann, wenn wir in den alten Trott fallen, verlieren wir zugleich auch dieses Wohlfühl-Empfinden ohne zu wissen, was der Auslöser dafür ist. Wenn du dich fragst, wann dieser Punkt kommt, an dem dich dein inneres Gleichgewicht verlässt, hast du darauf vielleicht auch keine Antwort, wie so viele andere.
In seiner Praxis als Zen Lehrer und Psychotherapeut hat sich Stephan Bodian mit vielen Klienten darüber ausgetauscht und versucht eine Lösung zu finden. Dabei wurde trotz aller Übungen, zu denen er sie einlud, die gewohnte Routine nie so weit durchbrochen, dass sich der innere Frieden langfristig erhalten ließ. Das liegt auch an der Geschwindigkeit, die unser Leben heute hat und an den vielen existenziellen Fragen, die uns ständig beschäftigen. Die wöchentliche Arbeitsstundenzahl steigt, kaum jemand behält den einmal gewählten Beruf sein ganzes Leben lang und ständig werden wir vor die Wahl gestellt, was sich ändern soll. Kein Wunder, dass unser Gleichgewicht da aus der Balance gerät. Doch man sollte an der Lösung dranbleiben um überhaupt etwas Positives für sich zu bewirken.
Nach Auszügen eines Artikels von Stephan Bodian für das amerikanische Yoga Journal.








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