Die Weisheit des Matthieu Ricard
Matthieu Ricards Definition des Begriffs „Weisheit“ deutet er im Erkennen einer Welt in all ihren Facetten, das nicht durch Verschleierung oder Verzerrung beeinflusst wird. Die Weisheit des Menschen bewirkt in ihm Taten und Gedanken, die seinem Glück dienlich und nicht hinderlich sind. Daraus kann auch im weiteren Verlauf das Glück anderer Vorteile ziehen.
Der Buddhismus erklärt die Weisheit laut Ricard so, dass sie einen Blick auf die wahre Natur allen Seins erlaubt, die nicht verändert wird von gedanklichen Strukturen. Diese Konstrukte sind von uns gemacht und benennen nicht den Kern der Dinge, sondern beeinflussen und verändern somit alles. Daraus ergibt sich ein Konflikt, der sich nicht beenden lässt und der uns vorspielt, dass Macht, Ruhm, Reichtum und Vergnügen maßgebliche Anteile zum Glücklich sein wären. Daraus jedoch entsteht das Leid, wenn wir sehen, dass wir all dies nicht erreichen können. Im Buddhismus soll der menschlichen Ignoranz entgegengewirkt werden, die stets eigene Vorstellungen und Eindrücke von etwas und jemandem zur Wahrheit machen will. Wenn wir bestimmen, was gut oder schlecht ist, was überflüssig oder erstrebenswert, dann lähmen wir uns selbst und belasten uns mit negativen Verhaltensreflexen wie Widerwillen und Stolz.
In der analytischen Meditation sieht Matthieu Ricard ein Mittel, diesem Verhalten wirksam entgegen zu treten. Wir sollen uns den Ursachen nähern und die Wurzel unserer persönlichen Schwächen suchen, damit wir uns der Weisheit nähern.
Wer dieses Ziel erreicht, aus dem strahlen auch Liebe, Mitgefühl und Uneigennützigkeit, denn sie sind Teil der in uns entwickelten Weisheit und gleichen einem Vogel mit zwei Flügeln. Eine mangelnde Entwicklung einer einzelnen Komponente, verhindert ein gelichmäßiges Fortkommen ebenso, wie ein Flug mit einem Flügel nicht möglich ist.
Intuition reicht aber nicht aus, damit wir uns verändern, denn dazu sind unsere Verhaltensweisen oft schon zu festgefahren und führen uns in die Irre. Tiefe Meditation, in der wir uns schrittweise der Natur aller Dinge nähern und uns so immer weiter von unseren negativen Seiten entfernen, kann uns die innere Weisheit finden lassen.
Dieser Weg ist sicher lang und bedarf großer Aufmerksamkeit für die persönlichen Sichtweisen und Ignoranz, die es auszuschalten gilt, damit eine Umwandlung tief in uns geschehen kann. Ein erster Schritt ist aber die Bereitschaft des Menschen zur Veränderung.
Nach einem Artikel über ein Interview von Matthieu Ricard für Yogarelations.








Kommentar abgeben