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ein-sein-mit-dem-ich

Ein sein mit dem ICH

Mit sich selbst im Einklang zu sein bedeutet für Gabriela Bozic, Leiterin und Mitbegründerin eines Münchener Jivamukti-Studios, das Wichtigste. Wie aber erklärt sie, was sie damit meint?

Es geht darum, sich selbst zu akzeptieren und zu erkennen, dass jeder Mensch aus Licht – und Schattenseiten besteht. Es gilt eben auch, seine negativen Eigenschaften anzuerkennen und nicht nur die Tugenden herauszustellen, die unseren Charakter prägen. Bei unserem Gegenüber sollten wir genauso verfahren.

Gelegentlich meinen Yogis, dass sie keine negativen Gedanken wie Unsicherheit, Zweifel oder sogar Neid und Eifersucht empfinden dürften. Aber wir Menschen sind eben nicht in jeder Lage positiv besetzt und sollten lernen unsere Persönlichkeit mit Schwächen und Fehlern anzunehmen. Was nützt es uns, wenn wir uns ein Wunschbild von uns selbst machen, dem wir aber zu keiner Zeit in allen Einzelheiten entsprechen können?

Wir bestehen aus vielen einzelnen Facetten, die aus uns ein großes Ganzes machen, die unser Herz, unsere Seele und unser Ego verschmelzen lassen zu dem, was wir wirklich sind. Dabei ist es erlaubt, sich auf dieses Ego zu berufen, das wir Yogis oft so gerne ablegen wollen, weil wir es negativ besetzen. Ohne unser Ego aber ist keine gesicherte Existenz möglich. Schwer wird es nur, wenn wir uns davon leiten lassen und meinen, wir hätten stets und ständig alles unter Kontrolle oder dürften in keiner Situation schwach sein.

Es geht im Yoga aber darum, den größeren Plan zu erkennen, der über allem steht und das gelingt uns, wenn wir uns der göttlichen Kraft hingeben, uns demütig nähern und erkennen, dass nicht alles allein in unserer Hand und unserer Verantwortung liegt. Derjenige, der sein Leben mit Zielen, Leidenschaften und Motivationen ausfüllt und damit nicht nur zum eigenen Vorteil agiert, wird diese Einheit in sich selbst spüren können. Das heißt längst nicht, dass auf diese Weise alles gelingt, aber wir haben das dazugetan, was wir selbst beeinflussen können und wir haben uns ganz eingebracht.

Ein Beispiel dafür, wenn auch ein sehr anspruchsvolles, kann das Leben Jesu sein. Er, der mit dem Ziel die Welt zu retten, dauerhaft Frieden zu den Menschen zu bringen und uns die Liebe Gottes zu zeigen, hat sein Vorhaben nicht zu Ende führen können, denn bis heute ist der Friede ein unerreichtes Ziel. Aber ist deshalb sein Leben ohne Sinn für uns gewesen? Fühlen sich nicht tagtäglich zahlreiche Menschen inspiriert im Glauben an Gott Vater, Sohn und Geist? Es ist vor allem das Zugeständnis, anzuerkennen, was wir leisten und wie jeder kleine Schritt, den wir tun, das Leben auf der Erde verändert – im Guten wie im Bösen.

Wenn wir stets nur uns sehen und unser Tun für den Maßstab halten, nach dem sich andere richten sollen, dann aber kann von Einklang keine Rede sein. Dann entwickeln sich Fanatismus und Ignoranz, die uns nicht glücklich machen und kein erfülltes Leben ermöglichen. Wir sollten dem Leben mehr Freiheit gewähren sich zu entfalten, wie es nach einem höheren Plan gedacht ist.

Nach einem Interview, gefunden bei Yoga Relations.

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