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Gesundheit | Ernährung

Yoga bei Bulimie und Magersucht

Immer mehr Jugendliche leiden an Essstörungen, die schwerwiegende gesundheitliche Probleme zur Folge haben. Therapien sind oft mühsam und langwierig. Eine Forschergruppe um Tiffany Rain Carei fand nun heraus, dass Yoga die Behandlung sehr erfolgreich unterstützen kann. Dazu untersuchte das Team 54 Heranwachsende, die aufgrund von Bulimie, Magersucht oder anderen schweren Essstörungen im Seattle Children’s Hospital betreut wurden.

 
 
Zusätzlich zu der gewöhnlichen therapeutischen Behandlung nahmen 26 der Jugendlichen an einem achtwöchigen Yoga-Kurs teil. Zwei Stunden in der Woche erhielten sie durch einen erfahrenen und ausgebildeten Lehrer Unterricht in Vini-Yoga, einem Stil, bei dem die Asanas individuell an die körperlichen Möglichkeiten der einzelnen Teilnehmer angepasst werden können.

Die Kontrollpersonen, die lediglich eine normale Therapie – ohne zusätzlichen Yoga-Unterricht – erhielten, zeigten schnelle Fortschritte in ihrem Essverhalten während der Behandlung. Doch bereits einen Monat nach dem Ende der Kur waren die Jugendlichen wieder auf das vorherige Niveau zurückgefallen.

Ganz anders sah dies bei den Yoga-Teilnehmern aus: Zwar zeigten sich erste Verbesserungen nur sehr langsam, doch vier Wochen nach Ende der Therapie wiesen die Probanden ein besseres Essverhalten auf und hatten eine gesündere Einstellung zur Ernährung als vor der Behandlung. Wichtig dabei war auch, dass der Yoga-Unterricht keinen negativen Einfluss auf das Gewicht der Schüler hatte. Denn dies könnte bei bereits untergewichtigen Personen sehr schwerwiegende Folgen haben, die alle anderen Therapieerfolge zunichtemachten.

Die Forscher gehen davon aus, dass Yoga dabei hilft, das zwanghafte Verhalten abzubauen, da die Erkrankten den Fokus nicht mehr allein auf die Nahrungsaufnahme legen. Einige Teilnehmer bestätigten diese Vermutung: „Dies sind die einzigen Stunden in der Woche, in denen ich nicht an mein Gewicht denke!“ erläuterten sie gegenüber den Wissenschaftlern. Eine groß angelegte Studie soll nun diese, im „Journal of Adolescent Health“ veröffentlichten Ergebnisse überprüfen.