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Moskau: Yoga-Metropole zwischen Hektik und
Meditation
Die Hauptstadt Russlands gilt nicht nur
als extrem hart und temporeich, sie hat sich in den letzten Jahren
ganz nebenbei unbemerkt zu einer Metropole des Yoga gemausert. Obwohl
hier wöchentlich neue Yoga-Studios eröffnen, hört
man auf den Straßen kaum ein freundliches Wort von den angespannt
vorbeieilenden Passanten. |
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Während die einen nach
ihrem harten Arbeitstag meditieren gehen, kämpfen sich die anderen über
den verstopften Autobahnring nach Hause, um dort Kraft für den
folgenden Tag im Büro zu tanken.
Die in Moskau arbeitende Anne
Klein bringt es auf den Punkt: „Russen mögen es härter.
Die ackern sich tot.“ So erstaunt es die deutsche Yoga-Lehrerin
auch nicht mehr, dass die elitären Leistungsträger denken,
sie könnten selbst in ihren Yoga-Kursen Entspannung und Erholung
erzwingen.
Während die indischen Praktiken zu Sowjetzeiten noch
streng verboten waren, bekennen sich heute sogar hohe Politiker zum
Yoga. Zwar weiß niemand, wie viele der Russen täglich
ihre Asanas üben, Schätzungen gehen aber von Zehntausenden
aus. Ein eigenes Magazin berichtet über die unzähligen
Kurse der Moskauer Yoga-Schulen, die Seminare berühmter indischer
Yogis sind regelmäßig ausverkauft.
Michail Konstantinow,
der sich schon 1978 heimlich mit Yoga und den indischen Philosophien
beschäftigte, sieht diesem Trend jedoch mit Besorgnis entgegen: „Da
machen Leute Studios auf, die weder die nötige Ausbildung noch
die Motivation mitbringen“, überlegt der Gründer
eines eigenen Ashtanga-Zentrums. Und er fürchtet, dass hierdurch
auch alle anderen Yoga-Lehrer in Verruf geraten.
Dennoch ist Konstantinow überzeugt,
dass es für die Moskauer eine Bereicherung ist, sich mit Yoga
zu beschäftigen. Denn vor allem der Mittelklasse, die an nichts
weiter denke als an rauschhafte Zerstreuungen und geistlosen Konsum,
könne etwas Dauerhaftes, Tiefes nur gut tun, so der ehemalige
Elektrogeräte-Verkäufer. “Je mehr Menschen Yoga auch
nur versuchen, desto besser wird das Karma in diesem Land.” |
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