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Nachhaltigkeit | Ökologie

Zum Weltwassertag:
Aus 1 mach 7.790.000.000.000 Liter pro Jahr – wöchentlicher Veggietag spart pro Person und Jahr 95.000 Liter Wasser

Berlin. 19.03.2010. Anlässlich des Weltwassertages am 22. März fordert der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) die bundesweite Einführung eines fleischfreien Wochentages.

 
 

Würde sich jeder deutsche Bundesbürger an nur einem Tag in der Woche vegetarisch ernähren, könnten jährlich pro Person 95.000 Liter Wasser eingespart werden – das sind rund 7,79 Billionen Liter für ganz Deutschland.

Wie viel Wasser wir verbrauchen, hängt nicht maßgeblich davon ab, wie viel wir trinken oder für Kochen, Waschen und Körperpflege benötigen. Der durchschnittliche Haushalt verbraucht hierfür täglich lediglich 100 bis 500 Liter Wasser. Für den Anbei der Nahrungsmittel werden jedoch täglich 2.000 bis 5.000 Liter Wasser benötigt. Am stärksten wird unser Wasserbedarf also indirekt, über unsere Ernährung, bestimmt. Die Erzeugung von Nahrungsmitteln verursacht im Durchschnitt einen bis zu 10-mal höheren Wasserverbrauch als unser sonstiger privater Bedarf an sauberem Wasser.



Tierische Produkte sind dabei deutlich ressourcenintensiver als die Erzeugung von pflanzlicher Nahrung wie Obst, Gemüse und Getreide: Laut der UNESCO sind im Schnitt 700 Liter Wasser nötig, um 1 kg Äpfel zu produzieren und 900 Liter für 1 kg Kartoffeln. Eier verbrauchen je Kilo 3.000 Liter Wasser und 1 kg Rindfleisch erfordert sogar 15.500 Liter (1). Würde man auf dieses eine Kilo Rindfleisch verzichten, könnte eine Person mit dem eingesparten Wasser ein ganzes Jahr lang täglich für mehrere Minuten duschen (2).

Ein Mensch, der sich zu etwa 80 Prozent pflanzlich und zu 20 Prozent fleischhaltig ernährt, verbraucht allein für seine Ernährung jährlich rund 1,3 Millionen Liter Wasser – mit einer rein vegetarischen Lebensweise läge er nur bei der Hälfte (3). Sebastian Zösch, Geschäftsführer des VEBU, kritisiert: „Die Produktion und der Konsum von Fleisch verschlingen unsere kostbarste Lebensgrundlage auf ökologisch besonders folgenreiche und sozial ungerechte Weise.“ Dies wird nicht nur in Ländern wie Kenia deutlich, wo die UN-Umweltorganisation UNEP in diesem Jahr den Weltwassertag koordiniert; die afrikanische Nation ist eines der weltweit am stärksten von Wassermangel und Dürre betroffenen Länder. Auch Deutschland und andere Teile Europas verzeichnen stetig schrumpfende Trinkwasserressourcen. Neben der (Trink-) Qualität ist aber insbesondere die mengenmäßige Verfügbarkeit von Wasser der Schlüssel für funktionierende Ökosysteme, unsere Gesundheit und letztlich auch für wirtschaftliches Wachstum.

 „Die Verringerung des Fleischkonsums kann die weltweiten Wasserressourcen auf sehr einfache Weise schützen – und wird immer dringlicher, da die globale Nachfrage nach Fleisch kontinuierlich ansteigt und sich damit auch der Wasserbedarf der Landwirtschaft immer weiter erhöht“, meint Zösch. Ein erster Schritt gegen die tägliche Wasserverschwendung ist hierzulande bereits in Bremen erfolgt: Die Stadt hat nach belgischem und brasilianischem Vorbild den Donnerstag zum Veggietag erklärt (www.donnerstag-veggietag.de). Einmal pro Woche sollen in Restaurants, Betriebskantinen und Schulmensen rein vegetarische Gerichte auf der Speisekarte stehen. Die Kampagne zeigt, dass fleischfreies Essen sehr lecker und abwechslungsreich sein kann und macht darauf aufmerksam, dass eine pflanzenbetonte Ernährung ökologische Nachhaltigkeit und ethisch-soziale Verantwortung mit Gesundheit und Lebensfreude verbindet.

Vor allem die landwirtschaftliche Nutzung schmälert das Vorkommen sauberen Wassers: Tierhaltung und Fleischerzeugung tragen einerseits zur Verschmutzung des Grund- und Oberflächenwassers durch tierische Exkremente bei, die über Düngung und Abwässer in die Umwelt gelangen. Zusätzlich verschärfen sie den globalen Klimawandel auf vielfältige Weise, dessen Folgen laut Umweltbundesamt wiederum die Verfügbarkeit von sauberem Wasser für viele Regionen der Erde gefährdet.(4)

Der 22. März wurde 1992 von den Vereinten Nationen zum Tag des Wassers erklärt, mit dem Ziel, dass an diesem Tag jährlich auf die Bedeutung des Wassers, den Schutz der Wasservorkommen und deren nachhaltige Nutzung aufmerksam gemacht wird. Dies ist besonders in Zeiten zunehmender Ressourcenknappheit und -verschwendung ein wichtiges Anliegen. Der diesjährige Weltwassertag steht unter dem Motto „Sauberes Wasser für eine gesunde Welt“.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Sebastian Zösch (Geschäftsführer, VEBU),
Tel: 030-74928164, Mobil: 0179-7789902, sebastian.zoesch@vebu.de

Vegetarierbund Deutschland e. V. (VEBU), Blumenstraße 3, 30159 Hannover, www.vebu.de

Der Vegetarierbund (VEBU) wurde 1892 als Interessenvertretung vegetarischer Lebensstile gegründet. Im VEBU finden sich Menschen zusammen, die vegetarisch oder vegan, seit kurzer Zeit oder schon seit Generationen, „fleischlos glücklich“ leben. Der VEBU ist unabhängig von Wirtschaftsverbänden sowie weltanschaulich und parteipolitisch neutral. Ziel des Verbandes ist es, den Fleischkonsum in der Gesellschaft deutlich zu senken sowie die vegetarische Lebensweise als attraktive Alternative möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen.

Quellen:
(1) IHE der UNESCO (2008) Water Footprint.
(2) Worldwatch Institute (2004). Meat – Now It‘s Not Personal! (auf S. 14).
(3) SIWI und IWMI (2004). Water – More Nutrition per Drop (auf S. 23).
(4) Umweltbundesamt Österreich (2010) Weltwassertag und
Umweltbundesamt (2010) Beim Wasser lebt Europa über seine Verhältnisse.